In Zeiten, in denen die Gleichwertigkeit der Geschlechter von Rechtspopulisten verneint wird und Gleichstellungspolitik von ihnen ersatzlos gestrichen werden soll, wollten wir OMAS GEGEN RECHTS, Kiel, sichtbar machen, was nicht verschwiegen werden darf: Jedes Jahr werden in Deutschland (und weltweit) Frauen getötet, weil sie Frauen sind. Immer wieder – jede ist eine zu viel! Das muss aufhören.
Dafür haben wir in der Ausstellung vom 9. – 14. Februar 2026 den aktuellen Stand zum Thema Femizide aufgezeigt.

Am Montagmorgen, den 9. Februar trafen wir uns um 9 Uhr mit familiärer Unterstützung beim Pop-up Pavillon.


Christoph und Carsten begannen sofort mit dem Aufhängen der von Monika zusammengenähten Stoffbahnen, auf denen wir auf einzelne Baumwollstücke die jeweiligen Femizide aus dem Jahr 2025 notiert hatten. Die Daten dafür kamen von der Website „One Billion Rising“.

Das Resultat war eindrucksvoll.

Isabel kreierte das Netz zum Thema: „Sprache verschleiert“. Diese Darstellung demonstrierte, wie die Presse einen Femizid verniedlichend beschreibt. Auch dies war sehr gelungen.


Zahlen-Daten-Fakten haben wir aus dem aktuellen Lagebericht des BKA (2024) sowie denen der Vorjahre. Zudem lieferten die Artikeln der prämierten Zeit-Journalistinnen sowie die Website der Terres des Femmes weitere Fakten. Den „Frauenhilferuf“ wollten wir allen mitgeben.

Eine OMA hatte sogar Unterstützung durch ihre Tochter, die extra aus Leipzig angereist war. Beide bestückten in mühevoller Kleinarbeit die Deutschlandkarte mit kleinen roten Nadeln, um die Menge der Femizide geografisch zuzuordnen. In der ausgelegten Ausgabe des „Stern“ vom 22.01.2026 waren die Orte sehr gut dargestellt.

Wir hatten mit Unterstützung vieler OMAS mehr als 100 Paar Damenschuhe gesammelt, welche Isabel zu Hause rot eingefärbt hatte, soweit diese nicht bereits vorher rot waren.

Diverse Einrichtungsgegenstände wurden uns u.a. von Ursula Sch. aus Molfsee zugeliefert und zu einem „Tatort“ zusammengestellt.

Um 15 Uhr waren alle Vorarbeiten zur Zufriedenheit erledigt und wir eröffneten den Pavillon. Bereits am ersten Tag kamen einige Besucher*innen in die Ausstellung.

Am Dienstag, den 10.02.2026 besuchte uns Kim, eine von fünf Sozialarbeiterinnen von cara*SH. Eine Organisation, welche bundesweit mit Sexarbeiter*innen arbeitet. Gewalt und Stigmatisierung sind in diesem Umfeld alltäglich. Umso wichtiger der niedrigschwellige Kontakt über deren Internetseite:
http://www.cara.sh
Am Mittwoch, den 11.02.20226 gegen 16 Uhr besuchte uns Ministerin Aminata Touré (Ministerium für Soziales, Jugend, Familie, Senioren, Integration und Gleichstellung) in Begleitung zweier Referentinnen. Wir führten sie durch die Ausstellung. Wir kamen gut ins Gespräch bezüglich der Situation rund um Frauenhausplätze und erhielten informative Antworten in Bezug auf die Zukunftsplanungen in SH: 200 neue Plätze werden bald geschaffen. Und neben den Hilfsangeboten für betroffene Frauen und Kinder rückt das Sozialministerium vor allem die Täterarbeit in den Fokus.



Am Donnerstag, den 12.02.2026 konnte Frau Prof*in Christiane Micus-Loos mit ihrem Vortrag „Femizide: sich überschneidende Perspektiven auf sexualisierte Gewalt“ punkten. Besonders beeindruckt hat uns Zuhörende die Beschreibung unterschiedlicher Perspektiven der Gewalt: Die weiße Frau ist Gewalt ausgesetzt, mehr Gewalt erfährt die behinderte weiße Frau, noch mehr Gewalt die farbige Frau und am meisten gefährdet ist die Frau, die nicht der sexuellen Norm entspricht.
Und diese Frauen müssen zudem noch bei der Hilfesuche mit entsprechend höherer Diskriminierung und noch mehr Vorurteilen rechnen.
Ein zugleich beeindruckender und bedrückender Vortrag, der nochmal deutlich gemacht hat, dass bei diesem Thema gehandelt werden muss.



Wir konnten einige wichtige Fragen platzieren.

Um 17 Uhr hielt die Rechts-Rechtsanwältin Melanie Schmidt-Brodersen einen Vortrag zum Thema „Rechtsberatungen bei häuslicher Gewalt und Einschätzung von Kindeswohlgefährdung.“ Abgesehen von den vielen neuen Informationen, die wir dabei erhielten, konnten einige Zuhörerinnen persönliche Fragestellungen platzieren und erhielten von der Familienrechtsanwältin nützliche Hinweise.
Am Freitag, den 13.02.2026, wurden wir durch den Besuch eines Wirtschaft/Politik-Kursus der Käthe-Kollwitz-Schule, Kiel, in Begleitung ihrer Lehrerin Frau Stolze überrascht. Wir konnten mittels eines interaktiven Workshops die sehr interessierten Schüler*innen durch die Ausstellung führen.

Ab 15 Uhr stand Lisa Weber von der Frauenberatungsstelle „Die Lerche“ Rede und Antwort für interessierte Besucher*innen.
Mailkontakt:
beratungsstellelerche@frauenhaus-kiel.de

Am Samstag, den 14.02.2026 stellte Claudia Rabe die Arbeit von „Women*move“ vor. Eine private Initiative zur Verteidigung unserer Demokratie und errungener Frauenrechte. Mailkontakt:
women-move@posteo.de

Ab 17 Uhr hatten wir zum Abschluss der Ausstellung „Femizide“ eine geschlossene Gesellschaft anlässlich der Lesung von Isabel Martinez aus dem Buch „Gestapelte Frauen“ von Patricia Melo. Isabel hat aufgrund ihrer beruflichen Expertise als Schauspielerin außerordentlich ausdrucksstark Ausschnitte aus dem Buch präsentiert.
Wir Zuhörer*innen waren ergriffen und erschüttert.
Ein großes Dankeschön an Isabel.





In den sechs Tagen der Ausstellung zählten wir insgesamt 234 Besucher*innen (davon ca. 25 % Männer), von denen uns einige Nachrichten im Gästebuch oder auf Kärtchen hinterließen.


Wir bedanken uns bei Jonas Lasse Godau vom Kiel-Marketing für die gute Zusammenarbeit.
Wir bedanken uns bei all unseren Besucher*innen für das Interesse und die Gespräche zu diesem schweren Thema. Es muss immer wieder in die Öffentlichkeit getragen werden, um deutlich zu machen, dass weitere Schritte zwingend und schnell notwendig sind. Denn es sollte selbstverständlich sein, dass Frauen und Mädchen ein selbstbestimmtes und sicheres Leben in unserem Land führen können.
Wir verleihen gerne die Ausstellungsobjekte an interessierte OMA-Gruppen in SH. Meldet Euch unter omas-gegen.rechts-Kiel@t-online.de




























